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Die
Geschichte über "Val di Pierle" ist eng mit
der Geschichte der prächtigen Burg (Rocca) verbunden,
die das Tal hoch oben von einem Hügel aus beherrscht.
Die Burg stand schon im X Jahrhundert und gehörte den
Landgrafen Monte Santa Maria Tiberina. Das erste bekannte
Zeugnis, das auf die Burg sich bezieht, stammt aus dem X.
Jahrhundert; es handelt sich hierbei um das Testament eines
gewissen Landgrafen Colle und Monte Santa Maria.
Das letzte bekannte Zeugnis stammt aus dem Jahr 1325 und beurkundet
die Übertragung auf die Degli Oddi durch den Eroberer
Visconti aus Perugia. 1371 wurde die Burg von den Casali,
Herren von Cortona, später Herren von Perle, nach Plänen
von Ranieri Casali, Ritter von Rodi wiederaufgebaut, wie eine
existierende Inschrift in der Rocca di Pierle dokumentiert
und im1835 Paolo Uccello in "Geschichte von Cortona"
wiedergegeben wird.
In dieser Zeit hat die Rocca eine äußerst wechselhafte
Geschichte erlebt, zu vielseitig, um sie hier im Detail aufführen
zu können, trotzdem müssen wir erinnern, dass im
1576 Francesco de Medici, Fürst der Toskana den Befehl
gab, die Burg zu zerstören, um die Gegend von Banden
zu befreien, die im Verdacht räuberischer Handlungen
standen und die in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts
in diesem Tal ihr Unwesen trieben und sicheren Schutz in den
umliegenden Bergen fanden.
Mit einem Kaufvertrag von der Repubblica di Firenze und mit
der Zahlung von 1200 Golddukaten erkaufte das Val di Pierla
im 1428 seine politische, wirtschaftliche und juristische
Unabhängigkeit von Cortona. Sofort nach der Erhebung
zur Comune , wurde das Talgebiet in Terzi di Pierle , Mercatale
und Lanciano aufgegliedert. In Terzi di Perle befand sich
auch die Rocca, inzwischen zur Ruine herabgekommen und die
Kirche San Biagio, die mit der von Val di Vico verbunden war;
das Terzo di Mercatale (das "Drittel" Mercatale)
umfasste das gesamte Tal und zum Terzo di Lanciano ("das
Drittel Lanciano") gehörte die Kirche San Donnino.
Wie aus zahlreichen Zeugnissen hervorgeht, müsste das
Tal wenig gastfreundlich sein, der Wildbach Niccone hatte
keinen Damm, sodass jeder größere Regenfall die
Feldbestellungen zunichte machte, folglich waren die wirtschaftlichen
Bedingungen armselig. Die Ansässigen widmeten sich weitgehend
der Rinderzucht, andere an der Seidenraupen auch. Gehandelt
wurde vor allem mit Cortona und der nähe gelegenen Grafschaft
Corbello; der Handel bestand hauptsächlich aus Geflügel-,
Eier-, Schweine -und Kohlehandel. Die Geschäfte mit Cortona
wurden auch noch durch die besonders schlechten Anfahrtswege
erschwert: Das Straßennetz des gesamten Gebietes bestand
aus schlechten Wegen und Saumpfaden.
Erst nach dem Bau von Dämmen um den Strurzbach von Niccone
verbesserten die Lebensbedingungen und die Bevölkerungszahl
begann zu steigen. Dennoch verlor das Tal langsam viele seiner
Privilegien, und 1774 seine Verwaltung mit der von Cortona
vereint wurde.
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